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Special: WOLFF-Interview

Traumatic.de – Special: Interview mit WOLFF und MARSHALL
Dies ist ein Interview mit WOLFF und MARSHALL
Frage1: Wie bist du zur Musik gekommen?

Musik beschäftigt mich eigentlich schon so lange ich denken kann. Als 10 jähriger habe ich schon verschiedene Experimente mit 2 Spur Bändern gemacht. Überspielt man beispielsweise eine Aufnahme etwas zeitversetzt auf die einzelnen Spuren erhält man interessante Echo- und Flanging Effekte. Mit solchen Effekten habe ich damals viel experimentiert. Von meinem ersten Geld habe ich mir dann auch gleich ein Keyboard gekauft und so wuchs mit der Zeit mein Equipment und damit auch meine Erfahrungen.

Frage6: Wie stehst du zu Softwaresynthesizern – wurden diese auch für die Songs auf deiner CD „LAUT“ verwendet?

Auf „Laut“ habe ich so gut wie keine Softwaresynths verwendet. Viele Tracks sind ja – noch vor dem großen Software Boom – auf dem Atari entstanden. Softwaresysnths sind mir zu fummelig. Außerdem emulieren die meisten nur Hardwaresynths und warum sollte man eine Emulation verwenden, wenn man das Original hat.

Frage2: Welches Equipment benutzt du? (hast du vielleicht ein Foto vom Studio?)

Das ist eigentlich nicht wichtig. Wenn man seine Technik beherrscht und eine konkrete Vorstellung von dem, was man machen möchte, hat, bekommt man aus so ziemlich jedem Teil einen brauchbaren Sound. Deshalb arbeite ich sehr unterschiedlich. Einige WOLFF Tracks entstehen komplett auf dem Notebook in Reason, was den Vorteil hat, dass man wirklich überall arbeiten kann. An richtigen Synthies und Effekten arbeite ich jedoch lieber.

Frage3: Laut deiner Infoseite ist WOLFF eigentlich dein Soloprojekt – ist es denn eine Vorübergehende Sache oder ein Dauerprojekt?

WOLFF war zuerst gar nicht für die Öffentlichkeit bestimmt, sondern nur für mich selbst und für ausgewählte Freunde. Ich hatte begonnen 45 minütliche Klangcollagen für verschiedene Situationen aufzunehmen. Mit der Zeit entwickelte sich eine große Nachfrage und die Tapes wurden viel kopiert, so dass wir irgendwann beschlossen, eine CD zu veröffentlichen. Dabei bestand die Schwierigkeit vor allem darin, die vielen langen Tapes auf normale Songlänge zu kürzen.
MARSHALL: Und es ist ein Dauerprojekt. Zumindest ist die zweite CD „Werkzeugbuch“ in Arbeit und wird Ende des Jahres erscheinen – voraussichtlich…

Frage7: Hattest du eigentlich mit deinem Soloprojekt schon Live-Auftritte?

WOLFF Auftritte gab es bis jetzt noch nicht, jedoch habe ich schon öfters darüber nachgedacht, wie man das WOLFF Konzept auf der Bühne umsetzen könnte.

Frage4: Welche Synthesizer liegen dir ganz besonders am Herzen und warum?

Ich verwende oft den Minimoog, MS20, K5000, K-Station und das Boss SE70. Besonders die Kombination aus analog und digital mag ich. Wobei der Moog mein liebstes Teil ist. Den habe ich schon seit 8 Jahren und seitdem habe ich keinen Track ohne Minimoog Sound gemacht – der passt einfach immer. In letzter Zeit haben alte Delay-Geräte einen besondere Anziehung auf mich. Ich habe 4 oder 5 Delays aus der digitalen Urzeit hier rumstehen. Damit kann man sehr schön atmosphärische Sounds machen.

Frage8: Welche Artists aus der heutigen Zeit findest du gut bzw. welche Musik hörst du privat?

Ich höre fast alles was elektronisch ist. Viel Synthpop und EBM, aber auch Ambient Klassiker, wie FSOL und Orb. Ich muss raushören, dass jemand seine ganze Persönlichkeit in diese Musik gesteckt hat und das der Track nicht nur ein Job war, der nur gemacht wurde, um daran zu verdienen.

Frage5: „Ambient für Turmdrehkranführer“ ist eine tolle Bezeichnung für deinen Stil – für alle die es noch nicht wissen sollten: Wie bist du dazu gekommen?

Sven : Die CD „Laut“ ist allen Turmdrehkranführern gewidmet, die Tag für Tag sehr viel Zeit auf ihren Kränen verbringen. Die CD WOLFF „Laut“ ist der Soundtrack für diese Situation. Die Titel stammen alle samt aus der Lehre der Turmdrehkranführer und wurden passend zum Turmdrehkrankonzept ausgewählt.
MARSHALL: Übrigens war mein Onkel Ingolf zu Ostzeiten Turmdrehkranführer, ohne Scheiß jetzt. Der hat noch hilfreiche Tipps gegeben. Nebenbei: Er findet die Musik ebenfalls spitze.
Iss ja auch kein Wunder 😉

Frage9: Wie bist du an dein Know-how über synthesizer gekommen?

Das habe ich mir alles selbst beigebracht. Viel ausprobiert und viel in Büchern gelesen. In der Vergangenheit habe ich mir viele Geräte gekauft, ausprobiert, wie sie funktionieren und dann wieder verkauft. Das ist auch ein großer Vorteil von Hardware: man kann sich die einzelnen Komponenten zusammenkaufen und nach und nach verkabeln. Bei Software sind ja viele Sachen schon fest vorgegeben, so dass man nur noch einschaltet und loslegt, ohne sich viele Gedanken über die genaue Funktionsweise zu machen. Wer verstehen will, wie ein Synthesizer wirklich funktioniert, dem würde ich einen kleinen modulare, wie den MS20 empfehlen.

Frage10: Hattest du irgendeine musikalische Ausbildung, wie z.B. Klavierunterricht?

Auch das habe ich mir selbst beigebracht. Eine Ausbildung wollte ich nie haben, da ich den Eindruck hatte, das man dort vor allem lernt, andere Sachen nachzuspielen, die eigene Kreativität bleibt dabei jedoch auf der Strecke.

Frage11: Wie bzw. womit Arrangierst du deine Songs und womit nimmst diese auf?

Das hat sich in der letzten Zeit sehr geändert. Auf „Laut“ ging es ja darum 45 minütige Tapes mit einer bestimmten Atmosphäre zu füllen. Da habe ich mir einige Loops vorbereitet und dann dazu analoge Sounds und Effekte moduliert. Es gab viele spontane Ideen und zufällige Passagen. Für die nächste Veröffentlichung „Werkzeugbuch“ plane ich von Anfang an einen kurzen Track. Da gibt es feste Melodien und Sounds und auch eine feste Struktur. Dafür dauert die Produktion auch nicht 5 Jahre.

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